Ecoute
Saison 2026–2027
Wenn Musiker die Türen ihrer Kunst öffnen — damit Sie Musik nie wieder auf dieselbe Weise hören.
Das Konzept
Clé d Ecoute ist eine Konzertreihe der besonderen Art: Bevor sie spielen, sprechen die Musiker.
Sie erzählen von dem Stück, das sie aufführen werden — seiner Architektur, seinen verborgenen Spannungen, dem, was sich in der Stille zwischen zwei Tönen abspielt. Sie offenbaren, was ein Musiker im Moment hört, fühlt, entscheidet.
Dann spielen sie. Mit all der Strenge, Tiefe und Sensibilität, die nur ein diesem Kunst gewidmetes Leben geben kann.
Was Sie danach hören, wird in nichts dem ähneln, was Sie zuvor gehört hätten.
Die Erklärung
Vor jeder Aufführung enthüllen die Musiker die Hörschlüssel zum Werk — seine Sprache, seine Absichten, seine Geheimnisse.
Die Aufführung
Das Werk wird dann kompromisslos gespielt, auf jenem Niveau der Exzellenz, das nur die Erfahrung großer Künstler erreichen kann.
Der Austausch
Ein Moment des offenen Dialogs mit dem Publikum — Fragen, Reflexionen, Weiterführungen. Musik als lebendiges Gespräch.
"Musik ist nicht zu verstehen. Sie ist zu bewohnen."
Gründungsprinzip von Clé d Ecoute
„Der Tod und das Mädchen"
Lied op. 7 Nr. 3 D531 (1817)
Gedicht von Matthias Claudius (1740–1815)
Gedichttext
Das Mädchen
Vorüber! Ach, vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh Lieber!
Und rühre mich nicht an.
Der Tod
Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund, und komme nicht, zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!
Zum Werk
Im Lied tritt der Tod dem jungen Mädchen als sanfter Tröster gegenüber — ein Dialog zwischen Angst und Trost, dessen Motive im Streichquartett D810 wiederkehren und im Konzert vertieft werden.